inverness inverness
Impressum Datenschutz
Copyright 2018
EUROMEDICS GmbH D-53343 Wachtberg info@euromedics.de Impressum
Prüfkriterien

OEKO-TEX® Standard 100

Erläuterung

Der OEKO-TEX® Standard 100 ist ein weltweit einheitliches, unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen sowie verwendeter Zubehörmaterialien. Beispiele für zertifizierbare Artikel: rohe und gefärbte/veredelte Garne, Gewebe und Gestricke, Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Nähfäden oder Etiketten, konfektionierte Artikel unterschiedlichster Art (Bekleidung aller Art, Heim- und Haustextilien, Bettwäsche, Frottierwaren u.v.m.).
Voraussetzung für die Zertifizierung von Produkten nach OEKO-TEX® Standard 100 ist, dass sämtliche Bestandteile eines Artikels den geforderten Kriterien entsprechen – neben dem Oberstoff also beispielsweise auch die Nähgarne, Einlagen, Drucke etc. sowie nicht-textiles Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Nieten usw.
Weitere Voraussetzungen sind das Vorliegen und die Anwendung von betrieblichen, qualitätssichernden Maßnahmen sowie die rechtsverbindliche Unterzeichnung von Verpflichtungs- und Konformitätserklärungen durch den Antragsteller.

Kriterien

Zentraler Anspruch des OEKO-TEX® Standards 100 seit seiner Einführung 1992 ist die Entwicklung von Prüfkriterien, Grenzwerten und Testmethoden auf wissenschaftlicher Basis. Auf Grundlage seines umfangreichen und strengen Maßnahmenkatalogs mit mehreren hundert reglementierten Einzelsubstanzen berücksichtigt der OEKO-TEX® Standard 100:

  • Wichtige gesetzliche Reglementierungen wie verbotene Azo-Farbmittel, Formaldehyd, Pentachlorphenol, Cadmium, Nickel etc.
  • Zahlreiche gesundheitsbedenkliche Chemikalien, auch wenn sie noch nicht gesetzlich reglementiert sind.
  • Anforderungen der Anhänge XVII und XIV der Europäischen Chemikalienverordnung REACh sowie der ECHA SVHC-Kandidatenliste, soweit sie nach Einschätzung von Expertengruppen der OEKO-TEX® Gemeinschaft relevant für Flächengebilde, Textilien, Bekleidungen oder Zubehörteile sind. Als relevant eingestufte Diskussionen und Entwicklungen werden bei Updates der OEKO-TEX® Standard 100 Anforderungen so bald und so effektiv wie möglich berücksichtigt.
  • Forderungen des US-amerikanischen Consumer Product Safety Improvement Acts (CPSIA) zu Blei.
  • Zahlreiche auch umweltrelevante Substanzklassen

Mit seiner Jahrzehnte langen Erfahrung trägt der OEKO-TEX® Standard 100 damit aus Verbrauchersicht zu einer hohen und effektiven Produktsicherheit bei. Prüfkriterien und Grenzwerte gehen dabei vielfach deutlich über nationale und international geltende Vorgaben hinaus. Umfangreiche Produktkontrollen und regelmäßige Firmen-Audits sorgen darüber hinaus zusätzlich für eine weltweit nachhaltige Sensibilisierung der Industrie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien. Durch dieses Konzept nimmt der OEKO-TEX® Standard 100 seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle ein.

Labortests und Produktklassen

Die OEKO-TEX® Schadstoffprüfungen richten sich grundsätzlich nach dem jeweiligen Verwendungszweck der Textilien und Materialien. Je intensiver der Hautkontakt eines Produkts und je empfindlicher die Haut, desto strengere humanökologische Anforderungen müssen eingehalten werden.

  • Produktklasse I:
    Artikel für Babys und Kleinkinder bis zu 3 Jahren (Unterwäsche, Strampler, Bekleidung, Bettwäsche, Frottierwaren etc.)
  • Produktklasse II:
    Hautnah verwendete Artikel (Unterwäsche, Bettwäsche, T-Shirts, Strümpfe etc.)
    Ihr Gerät entspricht dieser Produktklasse
  • Produktklasse III:
    Hautfern verwendete Artikel (Jacken, Mäntel etc.)
  • Produktklasse IV:
    Ausstattungsmaterialien (Vorhänge, Tischdecken, Polstermöbelbezüge etc.)

Detaillierte Informationen zum Prüfverfahren für die Vergabe der Berechtigung zur Öko-Tex Standard 100 Kennzeichnung stehen hier als pdf-Download zur Verfügung.

CE-Kennzeichnung

Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, Inverkehrbringer oder EU-Bevollmächtigte  gemäß EU-Verordnung 765/2008, „dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind.“
Die CE-Kennzeichnung ist kein Prüf- oder Qualitätssigel sondern ein Verwaltungszeichen, das die Freiverkehrsfähigkeit entsprechend gekennzeichneter Industrieerzeugnisse im Europäischen Binnenmarkt zum Ausdruck bringt.
Die Kennzeichnung besteht aus dem CE-Logo und ggf. in Verbindung mit der vierstelligen Kennnummer der beteiligten Benannten Stelle, falls diese mit der Prüfung der Konformität befasst war.

Wichtige Merkmale der CE-Kennzeichnung

Produkte, auf die aufgrund ihrer Art oder Beschaffenheit, eine oder mehrere der EU-Richtlinien Anwendung findet, müssen mit der CE-Kennzeichnung versehen sein, bevor sie erstmals in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden.
Es sind alle anzuwendenden Richtlinien zu berücksichtigen.
Hersteller eines technischen Produktes prüfen in eigener Verantwortung, welche EU-Richtlinien sie bei der Produktion anwenden müssen.
Das Produkt darf nur in den Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden, wenn es den Bestimmungen sämtlicher zum aktuellen Zeitpunkt anwendbaren Richtlinien entspricht und sofern die Konformitätsbewertung gemäß allen anwendbaren Richtlinien durchgeführt worden ist.
Der Hersteller erstellt eine EG-Konformitätserklärung und bringt die CE-Kennzeichnung an dem Produkt an.
Falls gefordert, ist für die Konformitätsbewertung eine Benannte Stelle einzuschalten.
Die CE-Kennzeichnung bestätigt die vollständige Einhaltung der „Grundlegenden (Sicherheits-) Anforderungen“, die in EU-Richtlinien konkret festgelegt sind.

GS-Zeichen: Geprüfte Sicherheit

Mit dem Siegel Geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen) wird einem verwendungsfertigen Produkt bescheinigt, dass es den Anforderungen des § 21 des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) entspricht.
Diese Anforderungen sind nach „Maß und Zahl“ vor allem in DIN-Normen und Europäischen Normen oder anderen allgemein anerkannten Regeln der Technik konkretisiert.
Die im Jahr 1977 eingeführte Zertifizierung soll den Benutzer und Dritte bei bestimmungsgemäßer und vorhersehbarer Verwendung und durch Einhaltung der europäischen Vorgaben vor Schäden an Leib und Leben schützen.

Bedeutung des GS-Zeichens

Bei der GS-Prüfung wird überprüft, ob das Produkt den Anforderungen des § 21 ProdSG hinsichtlich der Gewährleistung des Schutzes von Sicherheit und Gesundheit von Personen entspricht.
Dies schließt die Anforderungen der europäischen Richtlinien und/oder Verordnungen ein, die mit dem ProdSG und seinen Verordnungen umgesetzt werden (zum Beispiel Niederspannungsrichtlinie).
Nicht eingeschlossen in die Prüfung und Zertifizierung für das GS-Zeichen sind europäische Richtlinien, die zwar die CE-Kennzeichnung vorsehen, aber nicht auf Sicherheit und Gesundheitsschutz ausgerichtet sind
(z. B. EMV-Richtlinie, Ökodesign-Richtlinie).
Die Bedienungsanleitung ist ein Produktbestandteil, d. h. ohne Bedienungsanleitung ist das Produkt unvollständig.
Funktionsprüfungen gehören beim GS-Zeichen nur soweit zum Prüfumfang, wie sie für die Prüfung der Sicherheit erforderlich sind.
Das GS-Zeichen ist somit kein allgemeines Qualitätszeichen.
Die Qualität über die Lebensdauer eines Produktes wird nicht geprüft.
Das GS-Zeichen bedeutet, dass eine vom deutschen Staat autorisierte Prüfstelle das Produkt anhand eines Baumusters geprüft hat und eine Fertigungsüberwachung durchführt.

Prüfverfahren / Testing procedures (Deutsch / English)